Sapere aude

Wage es, weise zu sein!

Aix en Provence

Kleine Sightseeingtour 

Aix-en-Provence ist eine Reise wert. Wer gerne durch die Straßen bummelt und hier und da immer wieder etwas Neues entdecken möchte, sollte einen Trip nach Aix-en-Provence wagen.

Die Stadt ist durchzogen von kleinen Gassen und Straßen, mit vielen Cafés und Restaurationen, die zum Verweilen einladen. 

Die Kathedrale von Aix-en-Provence ist besonders sehenswert.

Kathedrale Aix-en-Provence

Die Kathedrale im August 2019 von Aix-en-Provence / (c) C.Kurz-Held

Von Außen macht sie vielleicht nicht viel her, aber von innen hat sie einen ganz besonderen Charme. Wirklich unvergleichbar. 

To be continued…

Marseille II

Notre Dame de la Garde

Notre Dame gibt es nicht nur in Paris, sondern auch in Marseille. Hoch auf der höchsten Erhebung mitten in der Stadt hat man von Notre Dame aus einen herrlichen Überblick über Marseille. 

Blick über Marseille

Blick vom unteren Teil der Notre Dame über Marseille / August 2019 / (c) C.Kurz-Held

Mit dem Auto dort hochzufahren bedeutet doch etwas Geschick zu beweisen: die Straße ist sehr steil und hat ein paar sehr enge Kehren. Ausgerechnet da musste ich dann mit einem etwas untermotorisierten kleinen Fiat rauffahren, der nur eine Schaltung hatte – die Automatik habe ich da sehr vermisst. 

Im ersten Gang ging es dann nach ganz oben. Erstaunlicher Weise gibt es Parkplätze direkt an der Kirche.

Blick auf Marseille II

Wolkenverhangener Blick auf Marseille / August 2019 / (c) C.Kurz-Held

Und direkt heißt hier direkt. Dass man nicht direkt in die Basilika fahren konnte war eigentlich beinahe unverständlich. 

Allein des Ausblickes wegen lohnt sich die Fahrt. Wenn es weniger diesig und etwas klarer gewesen wäre, wäre der Ausblick noch beeindruckender gewesen. 

Auch der innere Teil der Basilika ist sehenswert, wenn auch die Kirche sehr modern ist, stammt sie doch aus der Zeit des 19. Jahrhunderts.

to be continued… 

La Ciotat

Ausflug zum Strand

Der Nachmittag wurde dann am Strand verbracht. Eigentlich gibt es hier mehrere Strände, die „baulich“ voneinander getrennt sind. Und eigentlich recht unspektakulär. Alles in allem recht gepflegt.

Strand II - La Ciotat

Blick auf den Strand La Ciotat im August 2019 / (c) C.Kurz-Held

Wie an jedem Strand mehr oder minder üblich viele Restaurants und Büdchen, die größten Teils zu diesem Zeitpunkt geschlossen waren. Die Hauptsaison hat man wohl verpasst. 

Da der Hunger einen ja irgendwann zu diesen Restaurants hintreibt fiel einem sehr schnell auf,

Strand La Ciotat

Strand La Ciotat im August 2019 / (c) C.Kurz-Held

dass die Franzosen hier scheinbar Pizza vergöttern. So viele Pizza-Läden könnte es doch gar nicht geben. Aber die gab es da. 

Besonders abschreckend waren dann die Preise. Ich hätte mir nie gedacht, dass eine einfache Pizza Margherita mehr als 15 €uro kosten kann. 

Auch das Ausweichen auf Alternativen war nicht einfach, denn entweder gab es keine sinnvollen oder aber für Fritten mit Burger hätten ebenfalls fast 15 €uro aufgerufen werden müssen. Und etwas trinken will man ja auch noch.

Also ab zur Selbstverpflegung. Das geht auch.

to be continued…

Auriol

Ein kleines Örtchen

Nach dem Aufstehen, was heute etwas später als gewöhnlich war, gab es erstmal ein – sagen wir – französisches Frühstück. Gewöhnungsbedürftig für meinen Fall, da es eher süß als herzhaft war. Tässchen Kaffee, etwas Milch, Marmelade und Butter, dazu Croissant und ein Milchbrötchen. Fertig. Nicht gerade das, was der Münsterländer sich unter Frühstück vorstellt, der Bauch war jedenfalls voll.

Nach der ersten Runde in Auriol, die man natürlich zu Fuß erledigt, konnte man sich einen ersten Eindruck der Gegend verschaffen und es erst Mal wirken lassen – die Temperaturen mit etwas über 30 Grad schlauchen dann doch etwas. Nichtsdestotrotz musste ja erstmal etwas zu trinken eingekauft werden, so dass man für unterwegs gut gewappnet ist. 

Dafür ging es dann ins Casino – ein Supermarkt und keine Spielhölle. Hier fiel dann sehr schnell ins Auge, dass die Lebensmittel doch gut ein Drittel teurer sind als zu Hause. Aber was zu trinken braucht man bei der Hitze. 

Gut gewappnet für den Nachmittag ging es dann erstmal zurück ins Hotel – eine kleine Verschnaufpause einlegen, bevor es dann weiter geht…

to be continued … 

Marseille

Wenn einer eine Reise tut …

… dann hat er viel zu erzählen, so sagt man. Zur Abwechslung will ich heute mal einen kleinen Bericht hierzu bringen.

Angefangen hatte alles mit einer Einladung vor ein paar Monaten. Es ist erstmal ein komisches Gefühl eine Einladung zu einer Hochzeit in Frankreich zu erhalten. Man macht sich da schon so seine Gedanken, „ob das denn sein muss“ und „was das alles kostet“ und so weiter. Dennoch: rasch wurde gebucht – über Expedia. Flug, Hotel und Leihwagen – alles in allem zu einem recht guten Preis. 

Das denkt man am Anfang. Dass man dann das Gepäck nachbuchen muss fällt einem erst – natürlich – hinterher auf. Aber was soll‘s. Auch gebucht. 

Die Anreise war dann unspektakulär, bis auf den Umstand, dass ich zuerst das richtige Parkhaus in Düsseldorf am Flughafen finden musste. Gut ausgeschildert war es nicht, trotz Wegbeschreibung.

Ok, Parkplatz war gebucht, ins Parkhaus endlich eingefahren und was funktionierte nicht? Die Kreditkarte war für die Einfahrt nicht lesbar. Also den Hilfeknopf gedrückt und nach ein paar Worten konnte ich endlich einfahren.

Der Flug war dann unspektakulär.

Flügel eines Flugzeuges

(C) C.Kurz-Held

Interessant wurde es dann erst als der Leihwagen abgeholt werden musste. Expedia hat hierfür Goldcar gebucht. Ob das so eine gute Wahl war, wird sich noch herausstellen. Ein Fiat 500 ist es geworden. Fährt sich ganz niedlich der Kleine. Aber dazu zu einem anderen Zeitpunkt mehr.

Nach einem Besuch bei Freunden war dann das Hotel dran. Glücklicher Weise brauchte ich mich nicht um den Schlüssel zu kümmern, der war schon besorgt worden. Zu später Stunde galt es dann nur den Weg zum Hotel zu finden. Aber auch hier gab es Hilfestellung. 

Im Hotel Restaurant Le Commerce angekommen stellte man doch fest: recht rustikal alles. Doch auch dazu an anderer Stelle mehr.

Ein paar Tage Frankreich liegen noch vor uns. Mal sehen, was so alles passiert.

To be continued…

 

Der Hofnarr der Mimegarda

Ein kleiner Einblick ins Sippungsgeschehen

Wie ein jeder Schlaraffe weiss, gehört zum Spiel der Schlaraffen auch der Hofnarr der Mimegarda, ok – generell reicht der Hofnarr eines jeden Schlaraffenreyches, es muss nicht überall der Hofnarr der Mimegarda sein.

Es ist gar nicht so einfach, diese Aufgabe umzusetzen. Ob ich diese Aufgabe gut gemacht haben? Das weiss nur Uhu zu beurteilen. 

Der Hofnarr der Mimegarda, der als letzter dem Thron die letzten Nerven geraubt hat (ein gewisser Ritter Ass-Cura-T(h)or (209)), hat unter anderem zwischendurch die Gäste auf seine ganz persönliche Art und Weise begrüßt. 

Die Begrüßung

Marotte Mimegarda

Die Marotte des Hofnarren der Mimegarda

Eigentlich ist es wichtig, dass der Hofnarr in jedem Reych der Schlaraffia zuerst begrüßt wird. Obwohl der damalige Hofnarr sich teilweise sogar ins Spalier gestellt hatte, umgingen im wahrsten Sinne des Wortes einige Ritter die „ausströmende Fluidizität aller geistigen Möglichkeiten der fungierenden Herrlichkeit“ (§1 Absatz 2 des Hausgesetzes der Mimegarda) und begrüssten den fungierenden Oberschlaraffen zuerst. Schrecklich (so mancher hat da das Spiel nicht wirklich verstanden, wie ich mir hier erlaube mitzuteilen).

Also musste eine Lösung her.

Der Hofnarr der Mimegarda und seine Lösung

Die Lösung war sich ein wenig vorzubereiten und dem Fungierenden bei der Begrüßung der Gäste in die Parade zu springen. Dafür musste natürlich gefechst werden – relativ spontan, umso holpriger war es dann auch – hier sei das Erstlingswerk mal dargeboten:

(Zum Ordensfest in der Mimegarda a.U. 154)

 

Es ist seit jeher guter Brauch,

kommen Gäste, begrüßt man sie auch!

Und damit der Gast nicht kommt in Nöten

(die Erziehung geht sonst wohl flöten)

Ihr Gäste hört:

 

Man sieht sie gar nicht selten

Die Gestalten, die am Throne welken!

Und will man sie beim Namen nennen,

muss man sie noch kennen!

 

Dieser dort an Randes Licht,

nicht der andere da, der and´re Wicht,

der hier, Leib-haftig ohn Sombrero,

nennt der Truchsess Campagnero!

 

Jennen hier, der aus dem Unterholz,

der ist besonders stolz

wenn der krächst und röhrt

Und schaut dabei verstört,

der Truchsess nennt den Öhrliböhrt!

 

Und dieser hier, ihr riecht es schon,

der mit dem Schal vom Leo ohne Deo

den nennt der Truchsess Navideo!

 

Und wenn der eine in der Mitte steht,

und der gebannt nach vorne stiert

bei Uhu – wie der wohl heißt?

 

Da war der Truchsess schon, wie man weiß

Das war der, der so vornehm sprach

„Als Zeichen Eurer Bürde,

nehmt diese kleine Hürde

und tragt es nun mit Würde!“

 

So Ihr Gäste, nun ist´s klar!

Alles dies ist hier wirklich wahr!

Seid willkommen hier –

Dem Hofnarr ist ´s ein Plesier

Jeden zu Begrüßen,

bei mir braucht ´s kein buckeln,

kein Kriechen zu den Füßen!

 

So nehmt denn hin den Handschlag des fungierenden Hofnarren!

 

Lulu!

(Rt. Ass-Cura-T(h)or der neunmalkluge Held (209)

 

Schlaraffia bietet so viel – und die wenigsten nutzen diesen Hort des geistigen Urlaubes von der Profanei: keine Politik, keine Religion, kein Beruf. Einfach nur Kunst, Humor und Freundschaft – Urlaub für den Geist und Vitamine für die Seele!

Doch wie wird man eigentlich Schlaraffe und woran erkenne ich Sie? Die Roland-Nadel gibt hier ein wenig Aufschluss, und wer interessiert ist, der klickt dann hier. Vielleicht seid Ihr dann auch bald bei uns ein neuer Pilger!

 

Sapere aude!

 

Warum Provisionsvertrieb wichtig ist

Warum Provisionsvertrieb wichtig ist erschließt sich nicht unbedingt jedem sofort. Dabei gibt es viele Gründe, die Provision eben nicht zu deckeln, obwohl dies vom Verbraucherschutz und Politik ständig gefordert und dieser Tage im Bundestag beraten wird – trotz starkem Gegenwind aus der Maklerschaft.

Provision oder Honorar?

Genau das ist hier die Frage. Um hier eine sinnige Antwort zu finden, sollte man die beiden Dinge erstmal genauer betrachten und einen Blick auf die verschiedenen Vergütungswege werfen. Den goldenen Mittelweg gibt es hier nämlich nicht. Aber einen Weg, so denke ich, den man grundsätzlich bevorzugen sollte. 

Aber das ist meine ganz eigene Meinung.

Das All-Heil-Mittel Honorar

Das Honorar ist im Vertrieb von Versicherungs- und Finanzprodukten losgelöst vom Produkt. Hier wird also die reine Beratungsdienstleistung und nichts als die Beratungsdienstleistung bezahlt (so wahr uns Gott helfe…). Wenn also zum Beispiel ein Auszubildender eine Beratung zu einer privaten Haftpflichtversicherung wünscht, kann er diese bekommen und bezahlt dafür die reine Beratungsleistung. Damit hat der Auszubildende aber noch keine Produktlösung. Doch darum geht es ja gerade. Um eine Produktlösung.

Und wer eine Produktlösung auf Honorarbasis anbietet muss auch entsprechende Produkte dazu vorhalten können. Davon gibt es aber zumindest aktuell noch nicht so viele.

Und genau das ist schon das erste Dilemma: wenn sich heraus stellt, dass ein Produkt mit Provision kalkuliert wurde und es das gleiche Versicherungsprodukt nicht „netto“, also ohne Provision gibt, bestünde theoretisch die Gefahr, dass der Honorardienstleister zwei Mal verdient. Korrekter Weise muss der Honorardienstleister dann die Produktlösung für seinen Kunden fallen lassen und der Kunde muss sich selbst auf die Suche nach einer Lösung machen. 

Ob dies eine gute Lösung ist? Ich denke nicht. Versicherungsmakler zeichnet eben genau das Wissen um Produkte aus und zwar zusätzlich zum immensen Fachwissen.

Mit welchem Honorar muss ich denn rechnen?

Für eine fachgerechte Beratung zur privaten Haftpflichtversicherung setze ich beispielhaft einfach mal drei Zeitstunden an (da ist dann alles mit berücksichtigt: Produktrecherche, Beratungsleistung, Dokumentation usw.).

Aber was kostet nun eine Beratungsstunde?

Hier genau liegt aktuell der Hase im Pfeffer: die Kosten einer Beratungsstunde ist derzeit nicht gesetzlich geregelt. Jeder kann da sein eigenes Süppchen kochen, so dass hier derjenige das Rennen macht, der den billigsten (nicht günstigsten!) Preis anbietet. 

Warum Provisionsvertrieb wichtig ist kann man hier sicher schon erahnen.

Aber weiter im Text: ich müsste – kaufmännisch kalkuliert – um Mitarbeiter, Büro usw. weiter unterhalten zu können, ein Honorar von 250 Euro netto pro Stunde verdienen. In unserem Beispiel sind dann also 250 Euro x 3 Zeitstunden plus 19% Mehrwertsteuer =

892,50 Euro fällig.

Für den Auszubildenden ist das unbezahlbar

Was macht der Auszubildende da dann? Ganz klar: Im Internet online abschließen. Ob das Produkt dann passt? Das findet man dann schnell im Schadenfall heraus. Da hilft dann auch kein Jammern mehr.

Übrigens:

Im Provisionsvertrieb verdient ein Versicherungsmakler beim Abschluß einer Privathaftpflicht-Single-Police pro Jahr etwa 8 – 10 Euro brutto vor Steuer und Kosten. Bezahlt wird der Betrag aus der Versicherungsprämie! 

Honorarordnung?

Alternativ könnte man eine Honorarordnung einführen, die zum Beispiel an der Rechtsanwaltsgebührenordnung o.ä. angelehnt ist. Als Streitwert könnte man die versicherte Summe ansetzen. Und dann wird es spannend mit der Vergütung, insbesondere in der Lebensversicherung, die dieser Tage auf Grund des Provisionsdeckels in aller Munde ist.

Nehmen wir an, unser beispielhafter Auszubildender ist 20 Jahre alt.

Nehmen wir weiter an, er ist handwerklich tätig und arbeitet bis zum 60. Lebensjahr, in Summe also rund 40 Jahre. 

Nehmen wir zu dem an, dass der Auszubildende eine Rente von 1.500 Euro pro Monat für den Verlust seiner Arbeitskraft absichern möchte. Dies entspräche einer Gesamtsumme über die gesamte Versicherungslaufzeit von 1.500 Euro x 12 Monate x 40 Jahre =

720.000 Euro

(Fast nicht zu glauben, wieviel die eigene Arbeitsleistung wert ist).

Wenn ich jetzt z.B. in die Streitwerttabelle sehe und nur den einfachen Satz zur Abrechnung zugrunde lege, sind ca. 3.850 Euro fällig, die Mehrwertsteuer lasse ich jetzt mal unberücksichtigt.

Wieder stelle ich mir die Frage: wie soll ein Auszubildender diese Absicherung bezahlen?

Factoring als Lösung?

Sicher kann man diese Kosten im Rahmen des Factorings übertragen, wird ja auch teilweise so betrieben. Aber was bedeutet Factoring? Im Grundsatz bedeutet es, dass der Auszubildende aus unserem Beispiel vereinfacht ausgedrückt einen Kreditvertrag auf´s Auge gedrückt bekommt, den er separat mit seiner Ratenzahlung zum Beispiel über 60 Monate bedient. Für mich ist das ein gangbarer Weg in die Schuldenfalle, aber offenbar öffentlich gewollt muss man meinen. Der Verbraucherschutz steht da voll drauf.

Und wie hoch ist jetzt die Provision?

Die Provision richtet sich grundsätzlich nach dem Beitrag. In unserem Beispiel wird der Auszubildende auf Grund des handwerklichen Berufes einen höheren Beitrag zu entrichten haben. Daher setze ich den Beitrag jetzt der Einfachheit halber mit 125 Euro pro Monat an. 

Auch hier wird der Beitrag auf die Laufzeit des Vertrages hochgerechnet. In unserem Beispiel also 125 Euro x 12 Monate x 40 Jahre = 60.000 Euro Bewertungssumme. Jetzt würde der Provisionssatz herangezogen werden, sagen wir der Einfachheit halber 45 Promille bzw. 4,5%. 

Und jetzt rechnet man 60.000 Euro Bewertungssumme x 4,5% = 2.700 Euro Provision – ohne Mehrwertsteuer (aktuell jedenfalls).  

Ups! Das ist ja viel weniger!?

Ja, das ist es. Aber so viel verdient man ja nicht, da nicht die 40 Jahre Laufzeit des Vertrages heran gezogen werden, sondern hier in der Regel der erste Deckel ist: bewertet werden vielfach nur 35 Jahre Laufzeit!

In Zahlen also wieder: 

125 Euro x 12 Monate x 35 Jahre = 52.500 Euro Bewertungssumme x 4,5% = 2.362, 50 Euro, also nochmal rund 350 Euro weniger. 

Das ist aber jetzt nicht das Geld, was ausgezahlt wird…

Stornoreserve und -haftzeit der Provision

Denn es gibt die sogenannte Stornohaftzeit und Stornoreserve. Der Versicherer zieht generell erstmal 10% vom Betrag als sogenannte Stornoreserve ab. Verbleiben also etwa 2.126,25 Euro zur Auszahlung – wenn man die Provision überhaupt noch vordiskondiert, also voll ausgezahlt bekommt.

Verdient ist das Geld aber immer noch nicht, denn jetzt greift die sogenannte Stornohaftzeit. Diese liegt im Minimum bei 60 Monaten (teilweise sogar 120 Monate). Das wiederum bedeutet, dass jeden Monat 35,44 Euro verdient sind. Brutto wohlgemerkt. Da gehen noch Steuern, Kosten usw. runter. 

Langsam erkennt man sicher, warum Provisionsvertrieb wichtig ist, oder?

Derjenige welche, der den Betrag vordiskontiert erhält, also den Betrag komplett ausgezahlt bekommt, der muss mindestens 60 Monate dafür Sorge tragen, dass er im Fall eines Falles liquide genug ist, den Betrag auch wieder zurückzahlen zu können, falls der Vertrag storniert wird.

Alternativ wird stattdessen – und das ist mittlerweile bei immer mehr Kollegen und Kolleginnen der Fall – 60 Monate lang 35,44 Euro ausgezahlt.

Wo sind da bitte schön die Provisionsexzesse, liebe Politik und Verbraucherschutz???

Der Provisionsdeckel

Verbraucherschutz und Politik sprechen bei diesen immensen Summen von Provisionsexzessen. Zudem sollen diese immensen Provisionen dafür Sorge tragen, dass die Maklerschaft kollektiv alle Kunden grundsätzlich nur über den Tisch ziehen, wodurch jährlich Milliardenschäden entstehen sollen. Einen Beleg dafür ist man nach wie vor schuldig geblieben.

Der Provisionsdeckel soll den oben genannten Provisionssatz auf 2,5% im Maximum senken. Wieviel dann übrig bleibt, kann sich jeder selbst ausrechnen. 

Ich persönlich sehe jedenfalls keinen Vorteil im Provisionsdeckel. Ganz im Gegenteil. Es wird mal wieder teurer für Otto-Normal-Verbraucher und nur die Gutverdiener werden sich eine qualitativ hochwertige Beratung noch leisten können. Die Folge wird vermutlich sein, dass immer mehr Kollegen auf Honorare und sonstige Vergütungen umstellen oder den Betrieb einfach aufgeben.

Warum Provisionsvertrieb wichtig ist?

Ich bin fest davon überzeugt, dass der Provisionsvertrieb der richtige und bessere Weg ist. Und darum darf diese Vergütungsart auch nicht weiter gedeckelt werden.

Warum?

Provisionsvertrieb ist fair und sozial verantwortlich: Jeder zahlt für die gleiche qualitativ hochwertige Beratung den Anteil, den er sich leisten kann, und zwar über den Beitrag, der zu entrichten ist. Wer sich viel leisten kann, zahlt viel. Wer sich nicht so viel leisten kann, der zahlt eben weniger.

Warum Provisionsvertrieb wichtig ist ist damit klar: Provisionsvertrieb ist gerecht, fair und entwickelt sich mit dem Kunden.

Sapere aude!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie man Schlaraffe wird oder was es mit der Roland-Nadel auf sich hat

Ein kleine Nadel am linken Revers des Sakkos, verziert mit einer kleine, weißen Perle: die Roland-Nadel. Als Schlaraffe freue ich mich jedes Mal wie ein kleines Kind, wenn dieses Kleinod entdeckt wird und ich darauf angesprochen werde. Heute möchte ich einfach mal erzählen, wie man Schlaraffe wird oder was es mit der Roland-Nadel auf sich hat.

Die Roland-Nadel ist das Erkennungszeichen derer Schlaraffen: ein Blick genügt und schon ist jedem Schlaraffen bewusst, auch wenn dieser nicht in seiner Rüstung steckt, dass es sich bei dem Gegenüber um einen Schlaraffen handelt. 

Roland-Nadel der Schlaraffen

(c) CKH – schlaraffische Roland-Nadel am Revers

So einfach ist das. Aber so einfach ist auch Schlaraffia. Wir sind kein Geheimbund, keine Sekte noch sonst irgendein elitärer Club, wir sind Knappen, Junker und Ritter am Hofe der fungierenden Herrlichkeit.

Als ich Schlaraffia entdeckt habe, hatte ich das große Glück erst 22 Lenze jung zu ein. Und genau an dieser kleinen Perle war seinerzeit mein Blick hängen geblieben, an der Roland-Nadel. 

Ich entdeckte die Roland-Nadel

Ich entdeckte die Roland-Nadel am Revers meines Ausbilders, dem Ritter Ja klar, der sefti förste (wir Schlaraffen haben fast alle sehr skuril-lustige Namen). Mir war aufgefallen, dass er diese kleine Perle grundsätzlich immer trug. Nicht nur am Revers seines Sakkos. Auch an seiner Freizeitjacke. Sogar an seinem Wintermantel trug er sie. 

Ich wurde neugierig, wohl in der jugendlichen Hoffnung dem großen Geheimnis auf der Spur zu sein. Und so stellte ich die (für mich) bedeutungsschwere Frage, was es mit dieser Perle auf sich hat.

Der Ritter Ja klar fing an zu erzählen. Und er erzählte von Rittern und Junkern und Knappen, von Herrlichkeiten und Oberschlaraffen und vom güldenen Ball.

Kunst, Humor und Freundschaft.

Er sprach vom Umgang miteinander und erzählte, dass neben dem gelebten Wort „Kunst, Humor und Freundschaft“ Politik, Religion und Beruf (wir Schlaraffen pflegen von Profanei zu reden) verpönt, also nicht erlaubt sei (Schlaraffen reden im Schlaraffen-Latein).

Ritter Ja klar beschrieb die Herrlichkeit, die unfehlbar ist und dessen Wort das unbedingte Gesetz ist und von jedem Schlaraffen unabdingbar befolgt werden müsse. Ich beschreibe die Unfehlbarkeit dann gerne so: Wenn die Herrlichkeit dir sagt, dass dein grünes Hemd weiss ist, dann ist es weiss, und nicht grün. Nur dem Hofnarren ist es dann erlaubt, es rot oder blau zu nennen. Narrenfreiheit kann recht angenehm sein.

Wie man Schlaraffe wird oder was es mit der Roland-Nadel auf sich hat

Und so begann das Hinterfragen meinerseits und der Weg, wie man Schlaraffe wird oder was es mit der Roland-Nadel auf sich hat, hatte begonnen. Dies ging bestimmt über zwei drei Wochen, bis der Ritter Ja klar den Vorschlag machte

„Komm doch mal mit zur Krystalline.“

Zur was?

Nun, zuerst muss man wissen, dass die von mir begonnenen Frage und Antwort-Stunden etwa Ende Juni – Anfang Juli starteten. In der Sommerung wie wir Schlaraffen sagen. Und in der Sommerung trifft man sich eben zur Krystalline, und nicht zur Sippung. Die ist im Winter oder besser: in der Winterung.

Ahja, also treffen zur Krystalline. 

Gesagt – getan. Es war ein Freitag Abend, zu welchem wir uns in Dortmund mit anderen Rittern, Junker und Knappen in einem wohlbekannte Dortmunder Biergarten trafen. 

Es war schönstes Sommerwetter.

Das Wetter spielte an diesem Freitag Abend 1997 mit (ganz schön lange her…). Ein laues Lüftchen wehte, ideal also für ein kühles Erfrischungsgetränk, dem Quell (oder auch Pilsken wie der Dortmunder sagen würde).

Den zweiten Ritter Schlaraffias, den ich dann kennen lernte, war der Ritter Ochjut, der gemütvolle Lyriker. Ein Ritter der Truÿmannia, so nennt sich der Verein in Dortmund. In Münster ist es die Mimegarda, da komme ich her.

Ritter Ochjut, der Pate.

Ritter Ochjut war ein Herr älteren Semesters, zu diesem Zeitpunkt schon über 70 Lenze. Ein kleinerer, leicht untersetzter Herr mit einer Brille in seinem lustigen und erfahrenem Gesicht. Mit leichtem Berliner Dialekt. Und auf der anderen Seite saß dann mein Ausbilder, der Ritter Ja klar.

So eingekesselt erzählte mir Ritter Ochjut eine ganze Menge über Schlaraffia und bekam dabei große, leuchtende Augen. 

Und jetzt sitze ich hier selbst und bekomme ebenfalls leuchtende Augen, wenn ich an meinen Start in der Schlaraffia zurück denke. Und ich hatte unsagbares Glück, dass ich so früh dazu gefunden habe.

Schlaraffia ist nicht die Gunst später Stunde.

Zur Schlaraffia finden indes leider nur wenige und dann zumeist (aus meiner Sicht gesehen) sehr spät, viel zu spät im Leben, was sehr schade ist.

Schlaraffia bietet sehr viel. Mehr als sich manch einer vorzustellen vermag. Und ja, natürlich: wir sind auch ein Verein mit all den Vor- und Nachteilen, die ein jeder Verein so mit sich bringt. Doch in erster Linie sind wir Schlaraffen. Und stolz darauf. Und das sieht man deutlich an der Roland-Nadel.

Schlaraffia im Netz

Wer an dieser Stelle schon etwas neugierig geworden ist, der findet auf www.schlaraffia.org oder aber auf www.schlaraffen-freunde.com mehr über Schlaraffen, die Schlaraffia und das schlaraffische Spiel. 

Und wer mal mit dabei sein möchte: unter www.mimegarda.de kann man sich gerne melden.

Wie man Schlaraffe wird oder was es mit der Roland-Nadel auf sich hat – darüber gibt es auch in Zukunft sicher noch einiges zu berichten. Darum: sapere aude!

 

Soziale Verantwortung als Versicherungsmakler

In einem meiner letzten Gedanken zum Thema Datenschutz, Verbraucherschutz und der Versicherungsmakler bin ich im Kern auf den wesentlichen Punkt unserer Arbeit gekommen: Die soziale Verantwortung als Versicherungsmakler.

„Soziale Verantwortung als Versicherungsmakler?“

Ja, soziale Verantwortung als Versicherungsmakler. Wir sind nicht nur einfach Treppenterrier, Klinkenputzer oder der Onkel von der Versicherung. Als Versicherungsmakler sollten wir gewissermaßen Teil der Familie sein, ganz ähnlich dem Hausarzt oder dem Rechtsanwalt oder dem Steuerberater. All diese Menschen werden regelmäßig besucht oder man hat regelmäßig Kontakt mit ihnen. Ganz selbstverständlich. Und selten werden die Personen gewechselt, meistens nur dann, wenn es zu einem Vertrauensbruch kommt.

Keiner ist sich meines Erachtens nach der sozialen Verantwortung bewusst, die unsere Branche, insbesondere der Berufsstand der Versicherungsmakler, dem Versicherungsmakler höchst selbst auferlegen ist. Und dennoch schafft es unserer Berufsstand, sich selbst das Leben schwer zu machen. Zumindest soweit ich das aus der Presse usw. verfolge und interpretiere.

Die eine Krähe sticht der anderen das Auge aus.

Unser Berufsstand schafft es nicht mal eine wirklich gemeinsame Lobby zu bilden und gemeinsam und mit einer Stimme sprechend den Berufsstand zu stärken. Zig Verbände, von denen der eine besser ist als der andere. Jeder macht hier sein eigenes Süppchen. Das geht sogar soweit, dass die eine Krähe der anderen ein Auge aussticht. Unser Unternehmen hat dies schon erlebt. Darüber hinaus gibt es noch andere Beispiele aus der jüngsten Vergangenheit. Der eine oder die andere weis, was ich meine, wenn man die einschlägigen Pressemeldungen in Funk und Fernsehen verfolgt.

Blöderweise führt dieses Gehabe zu nichts. Hierdurch wird weder unser Berufsstand gestärkt, noch wird hierdurch irgendeine Veränderung statt finden. Ganz im Gegenteil. Die Uneinigkeit sorgt eher dafür, dass sich andere lachend auf den Schenkel klopfen und vor Lachen dann kaum noch in den Schlaf kommen.

Und genau das passiert meiner Meinung nach aktuell.

Aktuell versucht Politik und Verbraucherschutz mit aller Gewalt den Berufsstand des Versicherungsmaklers (aber auch der gesamten Versicherungsbranche) regelrecht zu vernichten. Ein Feldzug sondergleichen wird dort betrieben, Zumindest habe ich seid einiger Zeit genau diese Gefühl. Aber alles wird ja nur zum „Wohle“ des Kunden gemacht. Dabei ist die ganze Diskussion um Qualitätssteigerung im Versicherungs(makler)vertrieb eher eine Neid-Debatte. 

Die Neid-Debatte.

Eine Debatte darüber, dass man ja nur gut beraten könne, wenn keine Provision gezahlt wird. Das würde die Rendite der Lebensversicherungen steigern. Aber der neue heilige Gral wird hier die Qualität steigern, wird alles besser und schöner machen: die Honorarberatung. Ehrlich? Mal Hand auf´s Herz: Ehrlich? Wer das glaubt, glaubt sicher auch daran, dass zu Weihnachten der Osterhase im Nikolauskostüm durch den Schornstein saust.

Alles Humbug. Reiner Humbug.

Gar nichts wird dadurch verbessert. Schon gar nicht durch Honorarberatung. Auch der Verbraucher hat hierdurch keine Steigerung seiner Rendite.

Wie auch?

Die Rendite haben Zentralbanken und politisches Missmanagement spätestens seid der Finanzkrise 2008 zunichte gemacht. Sehr erfolgreich sogar. Und konsequent.

Billiges Geld bedeutet für den Staat leichter auf Pump leben. Die Inflation tut ihr übriges dabei. Schleichende Enteignung – so könnte man es bezeichnen. Die Quittung hierzu kommt dann von den nächsten Generationen, wenn diese in den Ruhestand gehen – oder besser gehen möchten und dies nicht können.

Auch denke ich nicht, dass Beratung nichts kosten darf. Wer will schon in Zeiten des Mindestlohnes kostenfrei arbeiten? Du etwa?

Provisionen und Provisionsvertrieb sind gut und wichtig.

Der Provisionsvertrieb ist nicht nur gut, sondern auch wichtig. Und er ist nicht nur wichtig sondern existenziell für die Beratung in der breiten Masse. Zudem ist diese Art der Vergütung auch noch fair. Und genau der richtige Weg.

„Fair?“

Ja, wirklich: fair. Diese Art der Vergütung macht einen wichtig Punkt in unserer sozialen Verantwortung aus. 

Im Allgemeinen wird vom Verbraucherschutz und Politik immer orakelt, dass der provisionsgeführte Vertrieb nur das Schlechte aus dem Versicherungsverkäufer, hier zum Beispiel dem Versicherungsmakler, hervorrufen würde, weil dieser dann ach so viel an seiner Arbeit verdient.

Aber ist das wirklich so?

Und vor allen Dingen: hat man nicht das Recht, Geld mit seiner Arbeit zu verdienen?

Wie viel verdient man denn am erfolgreichen Verkauf einer Berufsunfähigkeitsversicherung? Oder einer Krankenzusatzversicherung? Und was bekommt man für die Vermittlung einer Sachversicherung?

Für das damit verbundene Risiko, dass einem eventuell ein handwerklicher Fehler unterlaufen könnte definitiv zu wenig. Doch dazu werde ich mich später separat auslassen.

Wichtig ist erstmal zu verstehen, dass es einen Experten braucht, um die verschiedenen Stränge im Leben zusammen zu fassen.

Bei Krankheit: Arzt.

Das versteht jeder. Bei Krankheit geht jeder automatisch zum Arzt. Der diagnostiziert, behandelt und wenn alles gut läuft, bin ich schnell wieder gesund. Vielleicht muss ich mal ins Krankenhaus und der Aufenthalt dauert etwas länger. Unter Umständen ist die Fahrt ins Krankenhaus auch ein Abschied für immer. 

Wie dem auch sei: Als Versicherungsmakler muss man dies im Blick haben. Es geht nicht darum, den Krankenhausaufenthalt mit einem Krankenhaustagegeld zu versüßen. Auch das Ein- oder Zwei-Bett-Zimmer ist nicht existenziell (wenngleich aber ein sehr angenehmer Effekt, der zur Gesundung beitragen kann). Existenziell ist vielmehr, dass ein Versicherungstarif Leistungen ggf. über der Gebührenordnung der Ärzte Leistungen vorsieht. Genauso wie Leistungen für den Spezialisten bzw. den Privatarzt. 

Auch meine gewohnten Bezüge sollten man langer Krankheit weiterlaufen. Das sind aber nur finanzielle Dinge – dazu gehört auch der Blick auf die Behandlung im Krankenhaus – die Patientenverfügung. Auch hier ist die Aufgabe, dies anzutriggern und erste Lösungsansätze bereit zu stellen.

Das Steuerrecht.

Da gibt es auf der anderen Seite das Steuerrecht. Wir als Versicherungsmakler wissen, wie man Lösungen für steuerliche Aspekte versicherungstechnisch umsetzen kann. Gemeinsam mit dem Steuerberater, der dem Grunde nach „nur“ Steuern kann, lösen wir eventuell vertrackte Situationen. Erbschaft kann hier so ein Thema sein, genauso wie die Schenkung, Betriebsübergabe und so weiter und so weiter. Als Versicherungsmakler sollte man dies ebenfalls im Blick haben.

Dazu die Vorsorge.

Ich muss als Versicherungsmakler wissen, welche Not entstehen kann, wenn man finanzielle Risiken nicht abdeckt. Ich spreche hier von meiner Arbeit als „präventiven Sozialarbeiter“ (wenn ich das erzähle, werde ich gerne mal belächelt) – ich aber trage Sorge dafür, dass mein Kunde für den Fall der Fälle die finanziellen Sorgen abfedern kann. Das kann eine Krankheit sein, aber auch ein Unfall oder ein Naturereignis oder oder oder. 

Das Wissen und die Erfahrung, die sich im Laufe der Zeit ansammelt, kann keine K.I. ersetzen, zumindest heutzutage noch nicht. Und mal eben selbst löst man selbst als Laie diese Dinge eben nicht, auch nicht mit den einschlägigen Vergleichsportalen.

Hier gibt es nämlich noch weitere Aspekte, die es zu berücksichtigen gilt als nur mal eben einen Beitragsvergleich zu machen.

Vorsorge ist nicht gleich Vorsorge.

Was passiert denn zum Beispiel, wenn der Versorger nicht mehr ansprechbar ist und zum Pflegefall wird? Wer wird die Betreuung übernehmen? Welche Person kümmert sich um die finanziellen Belange in Zukunft? Und was ist, wenn Vater und Mutter der minderjährigen Kinder plötzlich ausfallen, sei es durch Tod oder durch einen Unfall, in welchem diese für die Zukunft ihren Job als Eltern nicht mehr ausüben können? – Auch ein Aspekt meiner Arbeit.

Rechtliche Aspekte.

Hierfür gibt es dann Rechtsanwälte und Notare, die diesen Bereich perfekt abarbeiten können. Aber versicherungstechnische Lösungen bieten diese eben nicht. Und ein Rechtsanwalt oder Notar weist dich auch nicht automatisch auf eventuelle Problematiken in diesem Bereich hin. Das ist mein Job als Versicherungsmakler.

Bundesgenosse des Versicherten.

Der Versicherungsmakler (also ich zum Beispiel) ist Bundesgenosse des Versicherten. Bei mir sollten alle Fäden zusammenlaufen, so dass wie von einem Kontrollraum heraus die anderen Fachbereiche wie der Steuerberater und / oder der Rechtsanwalt / Notar und / oder Arzt und ggf. andere Fakultäten mit ins Boot genommen werden können.

Es geht nicht primär darum, möglichst viele Policen an den Mann, die Frau oder den / der / das Diverse zu bringen, sondern in erster Linie ganzheitliche Beratung zu bieten, und das lebenslang, eben als Bundesgenosse. 

Mein Job und der meiner Kollegen und Kolleginnen geht weit über reinen Policenverkauf hinaus, und das von der Wiege bis zu Bahre, möglichst ohne Formulare.

Das ist soziale Verantwortung als Versicherungsmakler. Für den einzelnen, aber auch für die Gemeinschaft.

Sapere aude!

 

 

 

 

 

 

Datenschutz, Verbraucherschutz und der Versicherungsmakler

Ich mache meinen Job als Versicherungskaufmann mittlerweile seit 1995. Also beinahe 25 Jahre. 25 Jahre, in denen sich viel verändert hat. Viele Dinge haben meinen Beruf aufgewertet. Zum Beispiel die Registrierung bei der IHK. Auch die Dokumentation der Beratung ist ein gutes und sinnvolles Instrument, was eine qualitativ hochwertige Beratung auszeichnet. Auch der Fortbildungszwang, der mittlerweile eingeführt wurden, ist ebenso sinnvoll. Auf diese Dinge kann man Stolz sein, weil unserer Berufsstand damit eben nicht mehr nach dem Sprichwort

„Wer nichts wird, wird Wirt. Und wem auch dieses nicht gelungen macht in Versicherungen“

arbeitet, sondern aufgewertet wurde. Vergleichbar mit wie der Stand eines Rechtsanwaltes, Steuerberaters oder Arztes. Doch dieses Sprichwort ist trotz all der vorher beschriebenen positiven Maßnahmen immer noch fest in den Köpfen verankert. Besonders bei Politik und Verbraucherschutz.

Was meine ich damit?

In der letzten Woche habe ich bei einigen Kundengesprächen natürlich wieder das aktuell sehr beliebte Zauberwort „Datenschutz“ in den Mund genommen. Muss ich machen, gehört zu meiner Arbeit. Bevor also eine Beratung überhaupt beginnen kann, muss dies ja erstmal geklärt sein.

Das ist ja auch richtig und gut so.

Jeder sollte wissen, was mit seinen persönlichen Daten geschieht. Das niemand damit Schindluder betreiben darf und sollte, muss eigentlich jedem völlig klar und einleuchtend sein. 

Allerdings stellt man dann beim Kundengespräch sehr schnell fest, dass diese eigentlich recht wichtigen Dinge niemand so wirklich interessiert. Interessieren tut es erst dann, wenn man sich ungerecht behandelt fühlt oder tatsächlich mal ein Fehler unterlaufen ist.

„Wo muss ich unterschreiben?“

„Achja, das musste ich in der Apotheke ja auch unterschreiben.“

„Das kenne ich vom Friseur.“

Erklären muss man gar nichts mehr. Datenschutzerklärungen und die dazugehörigen Einwilligungen in die Datenverarbeitung werden wie im Internet fast blind unterschrieben. Was ich verstehe. Und auch nachvollziehen kann. Wer hat schon Lust, 10 DIN A 4 Seiten Kleingedrucktes durchzulesen, BEVOR die Beratung beginnt? Der Gesetzgeber und der Verbraucherschutz hatten dabei aber sicherlich eine andere Intention. Doch dann kam der deutsche Michel mit seiner deutschen Gründlichkeit.

Es hat nichts mehr mit Verbraucherschutz zu tun.

All dies Geplärre um Transparenz, Verständlichkeit usw. ist doch mittlerweile Irrsinn geworden. Irrsinn, der dafür betrieben wird, dass bestimmte Berufsgruppen ihre Berechtigung nicht verlieren. Bitte nicht falsch verstehen: ich will den Grundgedanken nicht verteufeln. Schutz soll für den einzelnen schon gegeben sein. Auch für die eigenen Daten. Ich habe nur ein Problem mit dem „wie“ – und besonders mit dem Umstand, dass man die Beweislast umgekehrt hat.

Beweislast – Umkehr.

Nun ist man solange schuldig, bis man seine Unschuld bewiesen hat. Und wenn man selbst nicht schuld ist, sondern ein Dritter, kann man für das Vergehen des Dritten haftbar gemacht werden. Gegenüber dem vermeintlich Geschädigten muss ich also erstmal selbst mein eigenes Portemonaie aufmachen. Im Innenverhältnis kann ich mich ja dann an den Dritten wenden und darauf hoffen, dass ich den mir entstandenen Schaden, insbesondere den Reputationsschaden, ersetzt bekomme. Aber dafür kann  man ja klagen. So will es das Gesetz.

Erstinformation. Kommunikationserklärung. Einwilligung zum Datenschutz. Versicherungsbedingungen. Besondere Bedingungen. Klauseln. Vereinbarungen. Antrag. Police. Damit kannst du jemanden tot schlagen. Aber damit wird nicht das getan, was der Kunde eigentlich will. 

Lösungen.

Lösungen will der Kunde. Lösungen für seine Probleme. Wenn ich eigenen Hausrat habe, und der abbrennt, möchte ich mir neuen Hausrat kaufen können. Mache ich versehentlich bei Bekannten etwas kaputt, möchte ich, dass dieser Schaden ersetzt wird. Springt ein Reh vor das Auto, dann soll der Schaden am Auto bezahlt werden. Dafür gibt es Lösungen. Und die möchte der Kunde haben. 

Natürlich: auch die Lösungen bedürfen Regeln. Mittlerweile ist es aber so, dass man bei Absicherung nur noch an Papierwust denken muss. Ich zumindest. Und mittlerweile auch mein Kunde. Die gewünschte „Transparenz“ ist dabei schon lange flöten gegangen. Und niemand merkt es. 

Wie einfach ist es online.

Wie schön ist es da im Internet, dass ich da alles einfach anhaken und durchklicken kann. Meiner Meinung nach ist die Flucht in die Selbstberatung die Vereinfachung dessen, was man „analog“ als Berater beim Kunden vor Ort nicht mehr leisten darf. 

Wem bringt diese neue Transparenz etwas? Habe ich dadurch eine Lösung? Ich denke nicht. Statt dessen wird alles viel mehr und immer weiter verkompliziert. So kompliziert, dass der Otto-Normal-Verbraucher resigniert alles unterschreibt, damit er an seine Lösung kommt. Und das nennt sich heutzutage dann neumodisch Verbraucherschutz. Und dieser Verbraucherschutz ist es, der zu Lasten der ehrlichen Berater geht. Verbraucherschutz, der Kunden nur noch Rechte und dem Berater nur noch Pflichten gibt. Alles sehr einseitig. Wo sind die Pflichten für den Kunden, wenn diese durch umfassendste Rechte des Kunden quasi ausgehebelt werden? 

All die neu gewonnene Transparenz sorgt lediglich dafür, dass immer mehr Wege und Möglichkeiten offenbart werden, um sein eigenes Wohl, seinen eigenen Vorteil heraus zu stellen. Nötigenfalls mit rechtlichem Beistand. Wunderbare neue Welt. 

Und in alledem, schön zwischen den Stühlen, da ist der Versicherungsmakler. Derjenige, der eigentlich im Lager des Kunden sitzt. Der aber vom Verbraucherschutz und von der Politik als „Provisionsgeier“ abgestempelt wird.

Über die soziale Verantwortung des Versicherungsmaklers spricht aber niemand.

Soziale Verantwortung?

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